Baja California
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Pelikane
Braunpelikane in Bahia Magdalena
Baja California - ein Paradies für Naturliebhaber!

Falls Sie gedenken, nach Baja California zu reisen, dann sollten Sie sich unbedingt Zeit nehmen, ein wenig die Pflanzen- und Tierwelt der Halbinsel kennen zu lernen. Denn Baja California bietet nicht wie andere Regionen Mexikos sehenswerte ärcheologische Ausgrabungen, prächtige Kolonialstädte oder bunte Indianermärkte, sondern in erster Linie Natur pur.

Um diese Natur zu geniessen, müssen Sie natürlich kein Biologe sein. Sie können Baja California auch durchreisen und sich alleine an den eindrücklichen Landschaften satt sehen, ab den fantastischen Farbkontrasten zwischen Wüste und Meer staunen, die Pelikane beim Eintauchen aus mehreren Metern Höhe beobachten oder ganz einfach die alltäglich wiederkehrenden Sonnenuntergänge geniessen.

Da die Eindrücke aus der Natur bei einer Reise in Baja California überwiegen, wird dies aber möglicherweise Ihre Neugier wecken. Irgendwann kommt der Moment, wo Sie mit Sicherheit wissen wollen, wie der Vogel heisst, den Sie garantiert jeden Tag am blauen Himmel kreisen sehen.
Truthahngeier
Guter Segler: der Truthahngeier
Viele halten ihn aus der Entfernung wegen seiner majestätischen Flugweise anfänglich für einen Adler. Es ist aber ein Geier, genauer ein Truthahngeier. Viele fürchten sich zu Unrecht vor diesem Vogel und verbinden seine Anwesenheit mit Tod und Gefahr. Es ist jedoch nicht nur eines der nützlichsten, sondern auch eines der eindrücklichsten Tiere der Halbinsel und ganz bestimmt Ihr Weggefährte auf Ihrer Reise durch Baja California. Denn Truthahngeier fühlen sich in der Nähe von Menschen wohl. Von lebenden Menschen ..., wohlverstanden.

Doch vielleicht reisen Sie vor allem aus einem Grund nach Baja California: Sie wollen die Grauwale sehen. Wenn Sie die Halbinsel zwischen Mitte Januar und Ende März aufsuchen, wird sich dieser Wunsch auch mit allergrösster Wahrscheinlichkeit erfüllen, es sei denn, die Wetter- und vor allem Windverhältnisse lassen eine Bootsfahrt nicht zu. Da gilt es bei der Reiseplanung noch den einen oder anderen Reserve-Tag einzubauen. Ansonsten können Sie sich eines aber sicher sein: Es gibt vermutlich auf der ganzen Welt keinen besseren Ort als Baja California, um Wale zu beobachten. Die Anwesenheit der Wale in Baja California ist im Frühjahr so sicher wie das Amen in der Kirche. Und das wahrscheinlich schon seit Tausenden von Jahren.

In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass viele Baja-California-Besucher dem Irrtum erliegen und glauben, dass die besten Walbeobachtungen dort sein müssen, wo sich auch die meisten Wale aufhalten. Gemäss Statistik müsste dies der Reihe nach also die Laguna Ojo de Liebre bei Guerrero Negro sein, dann die Lagune von San Ignacio und zuletzt die Bahia Magdelena. Gewiss, theoretisch gesehen ist die "Trefferquote" bei einer grösseren Anzahl Wale natürlich grösser, aber ironischerweise sind die spektakulärsten Walbeobachtungen meist grad jene, bei welchen nur grad ein einzelner "freundlicher" Grauwal stundenlang das Boot verfolgt bis nicht mehr ganz klar auszumachen ist, wer da eigentlich wen beobachtet ...

Baja California besteht zum grössten Teil aus Wüstengebieten. Die Pflanzen müssen über besondere Eigenschaften verfügen, um unter diesen harten Bedingungen zu überleben. Kein Wunder also, dass die artenreichste Pflanzenfamilie der Halbinsel die Kakteen sind. Es gibt etwa 120 verschiedene Kakteenarten in Baja California, knapp die Hälfte davon sind endemisch. Das heisst, man findet sie nur grad auf der Halbinsel und nirgendwo sonst auf der Welt.

Als König unter den Kakteen gilt der Cardón, der Höhen bis 20 Meter erreichen kann. Die grössten Exemplare, die man entlang der MEX 1 zu sehen bekommt, sind allerdings meist "nur" etwa 6 bis 7 Meter hoch, während die grossen Prachtskerle meist in abgelegeneren Gegenden in unwegsamen Gelände anzutreffen sind. Der Cardón ist sehr einfach zu erkennen, denn es ist nicht nur der höchste Kaktus, sondern auch jener mit dem dicksten (baumähnlichen) Stamm.

Cardon-Wald
Den Kaktus vor lauter Cardón nicht mehr sehen...
Auffallend ist auch ein Baum mit einem kurzen, massigen Stamm und dicken, gewundenen Ästen und einem Durcheinander dürrer Zweige: der Torote. Er wird wegen der Farbe, der Form und den "Runzeln" seines Stammes auch Elefantenbaum genannt. Meist trägt er nur während ein paar Wochen im Jahr Blätter, einen grösseren Teil des Jahres verbringt er in einem Art Ruhezustand. Für viele wirkt dann der Torote mit den dünnen, knisternd trockenen Zweigen, wie wenn er abgestorben wäre. Doch nach einem der seltenen Wüstenregen treibt er wieder in Windeseile abertausende winziger, grüner Blätter hervor und verbreitet einen angenehmen Duft.

Die in diesem Kapitel beschriebenen Vertreter aus der Tier- und Pflanzenwelt sind nicht wissenschaftlich nach biologischen Familien gegliedert, sondern vielmehr aufgrund ihrer Aufälligkeit und in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit, in der man sie in Baja California antrifft oder zumindest in der sie ein noch ungeübter Beobachter antreffen mag.

Die gesammelten Informationen über die Tiere und die Pflanzen beziehen sich in erster Linie auf Beobachtungen oder Untersuchungen in Baja California. Diese können, müssen aber nicht zwingend übereinstimmen mit den Charakteristiken derselben Tiere und Pflanzen ausserhalb der Halbinsel.